Zweithund aufnehmen – Teil 4 – Alter, Größe und Rasse

Wenn die Frage Rüde und Hündin geklärt wurde, kann man sich anderen Dingen zuwenden. Zum Beispiel dem Thema Alter, Größe und Rasse.

Das Alter

Je ähnlicher sich die Hunde in ihrem Alter sind, desto ähnlicher kann auch ihr Bewegungsdrang sein. Ein Punkt, der dem Hundehalter im Alltag zu Gute kommen kann. Ich rate aber davon ab zwei Welpen bzw. zwei Junghunde ins Haus zu holen! Denn hier ist der Erziehungsaufwand noch sehr hoch. Außerdem kommen beide dann ziemlich gleichzeitig in die Pubertät – etwas das wohl niemand haben möchte 🙂

Einen Welpen/Junghund zu einem erwachsenen Hund zu nehmen ist die beliebteste Variante. Am besten funktioniert die Konstellation, wenn der Ersthund die Pubertät hinter sich gelassen hat und der Grundgehorsam sitzt. Dennoch sollte man immer im Auge behalten, dass Welpen ziemlich nervig sein können und nicht jeder erwachsene Hund Lust auf die spaßigen Zwerge hat. Also wieder eine starke individuelle Komponente. Damit es funktioniert sollte man dem Ersthund genügend Ruhezeiten einräumen – also ihn entsprechend räumlich vom Welpen trennen.

Sehr große Altersunterschiede können problematisch sein. Vor Allem dann, wenn man sich einen Welpen zu einem älteren Hund nimmt. Hier ist das „Nervpotential“ deutlich höher. Außerdem haben ältere Vierbeiner oftmals auch Körperstellen, die Schmerzen. Springt ein Welpe darauf kann das (verständlicherweise) Aggressionsverhalten auslösen. Hier wäre ein erwachsener Hund wohl die bessere Wahl.

Die Größe

Etwas, das man sich vorab überlegen sollte ist, dass beide Hunde gemeinsam nicht mehr als 50% des eigenen Körpergewichts haben sollten. Denn ist man alleine unterwegs und springen beide Vierbeiner in die Leine, wird es schnell kritisch!

Außerdem sollte die Größe der Hunde aneinander angepasst sein. Große Hunde können sich wunderbar mit kleinen Artgenossen verstehen. Dennoch gibt es ein höheres Verletzungspotential, wenn eine Dogge unabsichtlich auf einen Chihuahua tritt, als wenn zwei Labrador Retriever aufeinander steigen. Deshalb sollte man vorab Beobachten, wie vorsichtig und körperbewusst der eigene Hund ist. Stolpert er häufig oder rempelt er andere Hunde beim Spielen oft unabsichtlich? Dann sollte der Zweithund nicht um ein vielfaches kleiner sein.

Die Rasse

Hunderassen untereinander können sich oft besser „lesen“, als Hunde anderer Rassen. Das passiert schon alleine deshalb, weil die meisten Hunde mindestens acht Wochen dauerhaft  bei ihren Geschwistern verbringen. Das heißt aber noch lange nicht, dass Hunde nicht lernen können auch mit anderen Rassen umzugehen. Es ist entscheidend, dass der Vierbeiner eine Vielfalt an positiven Erfahrungen mit unterschiedlichsten Rassen sammelt – im besten Fall bereits beim Züchter.

Ein wichtiger Punkt bei der Rasse- bzw. Rassemischungsauswahl ist die körperliche Empfindlichkeit bzw. Unempfindlichkeit. Einige Rassen sind körperlich sehr empfindlich und bevorzugen es ohne viel Kontakt zu spielen. Ein Beispiel dafür sind Windhunde. Andere Rassen spielen gerne sehr körperlich und haben kein Problem mit Rempeln und Bodychecks, wie zum Beispiel viele Labradore. Mischt man diese beiden Typen in einem Haushalt zusammen, muss man vermutlich mehr regulieren, damit sich jeder Hund wohl fühlt.

Ähnliche Rassen bzw. Rassemischungen haben außerdem oft ähnliche Bedürfnisse und Interessen. Das kann hilfreich sein, kann aber auch zu Problemen führen. Mehr dazu im nächsten Beitrag!